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Gemeinde Niederbipp

Informationen zur Wasserversorgung und Wasserqualität im Verbundnetz

Wie ist es um die Qualität unseres Trinkwassers bestellt?

Wenige Messwerte sind grenzwertig oder liegen knapp über den Vorgaben. Das gelieferte Trinkwasser kann trotzdem bedenkenlos getrunken werden.

Trinkwasser ist das Lebensmittel mit den strengsten Vorschriften bezüglich theoretisch möglichen Gesundheitsrisiken. Potenzielle Schadstoffe dürfen die Konzentration von 0,1 Mikrogramm pro Liter (µg/l) – ein Mikrogramm ist ein Millionstel Gramm pro Liter – nicht übersteigen.

Die Vorschriften sind streng und die Grenzwerte extrem tief. Nach Aussage von Kantonschemiker Otmar Deflorin im Bund vom 28.1.2020 gilt eine lebenslange Tagesdosis von 15 Mikrogramm von Chlorothalonil oder seiner Abbauprodukte pro Kilogramm Körpergewicht als noch unbedenklich. Umgerechnet auf grenzwertiges Trinkwasser würde dies einer täglichen Menge von 150 Litern pro kg Körpergewicht entsprechen, was weder ein Erwachsener noch ein Kleinkind je zu sich nehmen kann.

Herkunft des Trinkwassers

Unser Trinkwasser stammt in erster Linie aus vier Quellen in Oberbipp und Wolfisberg und ergänzend aus dem Grundwasser des Pumpwerks Moos in Oensingen.
Der Quellwasseranteil an unserem Trinkwasser beträgt je nach Jahreszeit und Trockenheit zwischen 25 und 65 Prozent.

Die vier Quellen laufen getrennt – je zu zweit – in die beiden Oberbipper Reservoirs an der Bollgasse und an der Wolfisbergstrasse. Mittels UV-Anlagen wird das Rohwasser jeder Quelle entkeimt, so zu Trinkwasser aufbereitet und ins Reservoir eingeleitet oder im Zweifelsfall automatisch verworfen.

Der Wasserverbund Bipperamt AG (WABI AG), der das Trinkwasser für die beiden Aktionärsgemeinden beschafft und an diese liefert, besitzt vier Reservoire in Niederbipp, Wolfisberg und Oberbipp. Das Leitungsnetz ist via Ringschluss mit den beiden grossen Reservoirs in Ober- und Niederbipp verbunden.

Chlorothalonil und seine Metaboliten

Bewilligte Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Chlorothalonil wurden seit den 1970er-Jahren im Getreide-, Gemüse-, Kartoffel- und Zierpflanzenanbau sowie im Rebbau und in der Waldwirtschaft zur Bekämpfung von Schadpilzen eingesetzt. Der Wirkstoff Chlorothalonil wird im Boden zu verschiedenen Stoffen, den sogenannten Metaboliten, abgebaut. Zwei davon wurden von den Behörden im August 2019 für potenziell gesundheitsgefährdend erklärt und damit ergab sich für sie ein Grenzwert von maximal 0.1 Mikrogramm/Liter. Die Messwerte dieser beiden Metaboliten lagen vom September bis Dezember 2019 bei all unseren Quellen und beim Pumpwerk Moos unter den Grenzwerten. Für die WABI AG und die Gemeinden bestand kein Handlungsbedarf.

Per 1. Januar 2020 verbot jedoch das Bundesamt für Landwirtschaft den Einsatz von chlorothalonilhaltigen Produkten und erklärte aufgrund neuster wissenschaftlicher Erkenntnisse sämtliche Metaboliten für potenziell gesundheitsschädigend. Somit wurde auch ein weiterer Metabolit (R471811) relevant, der generell in grösserer Konzentration im Trinkwasser vorhanden ist.

Neuste Messwerte

Messungen direkt an den Quellen und im Verbundnetz im Januar 2020 zeigten, dass in einer der vier Quellen der Grenzwert für R471811 überschritten wurde. Das Wasser aus dieser Quelle wird seither nicht mehr genutzt, obwohl eine Durchmischung im Reservoir gegeben wäre. Im Grundwasser aus dem Pumpwerk Moos kann der Grenzwert für R471811 jedoch nicht immer eingehalten werden. Dank der Vermischung mit Quellwasser und dem Verwurf einer wenig belasteten Quelle liegen die Messwerte nahe den Vorgaben.

Wie weiter?

Die Beprobung des Trinkwassers bezüglich der Chlorothalonil-Metaboliten wird fortgesetzt.

Das Verbot des Wirkstoffs Chlorothalonil wird zu einer allmählichen Absenkung der Belastung führen. Eine kurzfristige Lösung mit einer deutlichen und raschen Unterschreitung der Grenzwerte im gesamten Versorgungsgebiet ist aufgrund der Belastung der regionalen Grundwasservorkommen unwahrscheinlich.

Damit die behördlichen Vorgaben eingehalten und noch unbekannte mögliche Risiken verringert werden können, wird der WABI AG mit den Nachbarversorgungen und den kantonalen Behörden nach zukunftsorientierten Lösungen der Wasserversorgung suchen.

Der Wasserversorger WABI AG Die Aktionärsgemeinden Ober- und Niederbipp

Kontakt:

  • WABI-Geschäftsstelle, Kirchgasse 5, 4538 Oberbipp, Tel. 032 636 42 37, www.oberbipp.ch

Dokument Tabelle_Messwerte_2020_07_08.pdf (pdf, 531.5 kB)


Datum der Neuigkeit 5. Feb. 2020
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